Die Geschichte der Musikkapelle Ainring

Eines der ersten Bilder der   Kapelle

Die Gründerjahre der Musikkapelle Ainring liegen weitgehend im Dunkeln. Fest steht, dass noch 1885 für das Ainringer Veteranenfest die Blaskapelle aus dem benachbarten Thundorf engagiert werden musste. Vermutlich im gleichen Jahr entschlossen sich jedoch einige Ainringer Männer dazu, eine eigene Musikkapelle ins Leben zu rufen. Dies waren Peter, Georg und Josef Dusch, Johann und Stefan Frauenschuh, Jakob Singhartinger, Josef Wiesbacher, Josef und Wenzel Berger, Gebhard Hogger, Franz Eschlberger und Anton Prohaska. Am Fronleichnamstag 1886 sollen diese Musiker unter der Leitung von Matthias Helminger aus Ulrichshögl erstmals öffentlich aufgetreten sein.

Da bereits vorher seit geraumer Zeit kleinere Musikgruppen bestanden, könnten auch Georg Dusch oder Johann Frauenschuh die Geschicke der Kapelle geleitet haben. Freunde schriftlicher Aufzeichnungen waren die Gründer nicht, denn Belege aus der Anfangszeit sind äußerst spärlich. Neun Notenbücher mit der Datumsangabe „1889“ sind jedoch erhalten geblieben.

Um die Jahrhundertwende nannte sich die Kapelle vorübergehend „Musikkapelle Ulrichshögl“ und „Musikkapelle Adelstetten“, wahrscheinlich deswegen, weil der Kapelle zu jener Zeit vor allem Musiker aus diesen Orten angehörten. Kurz vor Beginn des Ersten Weltkrieges bestimmten bereits Musiker die Geschicke der Kapelle, deren Väter zu den Gründungsmitgliedern gehört hatten.

Selbst während der beiden Weltkriege war die Kapelle stets in der Lage, ihren musikalischen Verpflichtungen nachzukommen. In den schlechten Nachkriegsjahren des Zweiten Weltkrieges fehlte jedoch jegliche finanzielle Unterstützung. Nur durch die Gründung des „Musikvereins Ainring“ im Jahre 1949 konnte das Weiterbestehen gesichert werden. Der Verein wurde 1985 in das Vereinsregister eingetragen und ein Jahr später als gemeinnützig anerkannt. Heute zählt er fast 400 Mitglieder.

 

Bild aus dem Jahre 1936
Bild aus dem Jahre 1970

1936 veranstaltete die Kapelle anlässlich ihres 50-jährigen Bestehens ein Jubiläumskonzert beim Neuwirt. Ebenso feierte man das 65-jährige (1951), das 75-jährige (1961) und das 90-jährige Jubiläum (1976). Im Jahr 1976 trat die Kapelle zudem erstmals in der neu angeschafften Tracht mit Lederhose und Adlerflaum am Hut auf. Ein Meilenstein in der Geschichte war 1986 das 100-jährige Gründungsfest der Musikkapelle. Dieses war verbunden mit der Ausrichtung des 28. Bezirksmusikfestes des Bezirks Chiem-/Rupertigau, an dem 40 Musikkapellen und 22 Vereine teilnahmen.

Im selben Jahr wurde dem Verein für langjähriges Wirken und die Pflege instrumentalen Musizierens in einem Festakt vom damaligen bayerischen Innenminister Dr. Edmund Stoiber die Pro Musica Plakette des Bundespräsidenten verliehen.

Durch das ständige Bestreben, den Leistungsstand der Kapelle zu erhöhen, konnten bei zahlreichen Wettbewerben für Konzert- und Marschmusik 1. Ränge mit Belobigung bzw. Auszeichnung erreicht werden. Herausragend war hierbei 1991 der „1. Rang mit Auszeichnung“ in der Höchststufe unter dem damaligen Dirigenten Peter Hogger. In Anerkennung dieser Leistung erhielt der Musikkapelle von der Gemeinde Ainring den Kulturpreis. Mit einem Festakt und einem Gemeinschaftskonzert mit den zwei anderen Gemeinde-Musikkapellen Feldkirchen und Thundorf-Straß feierte man 1996 das 110-jährige Bestehen. Im selben Jahr nahm die Kapelle erstmals am Verbandsmusikfest des Musikbundes von Ober- und Niederbayern in Eggenfelden teil. 1998 hatte die Kapelle die Möglichkeit, bei Karl Moiks „Musikantenstadl“ in Hof mitzuwirken. Im gleichen Jahr nahm man außerdem in Ainring an der von Franz Messner moderierten Radio-Sendung „BR unterwegs“ teil.

Anlässlich des 115-jährigen Bestehens brachte die Musikkapelle Ainring im Jahr 2001 ihre erste CD mit dem Titel „Ja, die Musik“ heraus. 2004 wurden außerdem zwei Titel für die Landkreis-CD „Tausend Takte Blasmusik aus dem Berchtesgadener Land“ eingespielt. Das 120-jährige Jubiläum wurde 2006 u. a. mit einem Jubiläumskonzert und dem ersten Kirchenkonzert in der Geschichte der Musikkapelle begangen. Im selben Jahr wurden auch die Jugendkapelle, die Bläserklasse „Die Wilden Bläser“ und eine Gruppe für musikalische Früherziehung ins Leben gerufen.

Neben dem traditionellen Weihnachtskonzert bestreitet die Kapelle seit Jahren am Pfingstsonntag ein Doppelkonzert mit Kapellen aus der näheren und weiteren Umgebung. So wurden Konzerte mit den weitgereisten Musikkapellen aus Massing (Niederbayern), Neunburg vorm Wald (Oberpfalz), Pöham (Pongau), Taxenbach (Pinzgau) und Kastelruth (Südtirol) durchgeführt. Freundschaftliche Kontakte bestehen seit Jahren zur Musikkapelle Pöham und seit 2001 zur Trachtenmusikkapelle Massing, welche 2011 die Patenschaft für das 125-jährige Jubiläum der Musikkapelle Ainring übernommen hat.

1986 mit Dirigent Peter   Hogger

1996 mit Dirigent Mathias Wiesbacher

Besondere Beziehungen unterhalten der Verein und die Musikkapelle außerdem zu den friesischen Freunden aus Schweinebrück, insbesondere zu Wilhelm Harenberg. Dieser hat seit 1968 über zwanzigmal an die Nordsee eingeladen. Die Fahrten nach Wilhelmshafen, Norderney, Hamburg, Helgoland, Holland, England und Schottland bleiben unvergesslich.

Anlässlich des 125-jährigen Bestehens im Jahr 2011 erschien die zweite CD mit dem Titel „Wir Musikanten“. Dieses Jubiläum wurde außerdem mit einer Festwoche und dem damit verbundenen 46. Bezirksmusikfest im Chiem-/Rupertigau begangen. Höhepunkte waren hier u. a. ein Konzert der Kastelruther Spatzen sowie der Festzug mit über 40 teilnehmenden Musikkapellen und mehr als 10.000 Zuschauern. 2013 übergab Mathias Wiesbacher den Taktstock an Johann Mühlbauer. Dieser führte die Kapelle 2014 zu Erfolgen in der Marsch- und Konzertwertung. Seit 2015 leitet Dr. Thomas Rettelbach die Musikkapelle Ainring. Der Kapelle gehören derzeit 60 Musikerinnen und Musiker an, 20 Kinder und Jugendliche befinden sich in Ausbildung.

 

Kapellmeister:

  • Matthias Helminger, Georg Dusch oder Johann Frauenschuh (1886)
  • Matthias Helminger (1903 - 1913)
  • Simon Fuchs aus Teisendorf (1913 - 1919)
  • Franz Eschlberger (1919 - 1933)
  • Anton Putzhammer (1933 - 1938)
  • Georg Obermayr (1938 - 1954)
  • Albert Busch (1954 - 1976)
  • Peter Hogger (1976 - 1993)
  • Mathias Wiesbacher jun. (1993-2013)
  • Johann Mühlbauer (2013-2015)
  • Thomas Rettelbach (seit 2015) Vorsitzende des Musikvereins:
  • Franz Huber (1949 - 1958)
  • Johann Reischl (1958 - 1969)
  • Franz Huber (1969 - 1993)
  • Reinhard Dusch (1993-2013)
  • Christian Stehböck (seit 2013)

Vorstandschaft Musikkapelle:

  • Dirigent: Thomas Rettelbach
  • Stellvertretende Dirigentin: Elisabeth Hogger
Vorstandschaft Musikverein:
  • 1. Vorstand: Christian Stehböck
  • 2. Vorstand: Ingrid Hogger
  • Kassier: Albert Klinger
  • Schriftführerin: Caroline Unterreiner
 

 

 

 

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